Begleite mich auf meiner Reise...

...und lass Dich inspirieren auch mal auszubüchsen!

Ich war zarte 17 Jahre alt. Zu der Zeit lebte ich gerade im aufregenden Oklahoma, weitab von großen Städten in der Pampa des Nordostens und schwelgte von Highschoolschönheiten, Jagen, Angeln und dem, was Teenager so fasziniert, bevor sie eben wirklich erwachsen werden.

Eines Tages fand ich im Glückskeks eines Chinarestaurant den Zettel mit den Worten: "You will travel and make a fortune." Ich halte normalerweise nicht viel von Prognosen, besonders die Zukunft betreffend. Doch diesen Zettel hob ich auf. 

 

Jetzt bin ich 40 Jahre alt und kann sagen, dass mich diese Worte seitdem begleitet haben. Ich hatte das Riesenglück viel herumzukommen und ja, ich habe "ein Vermögen gemacht". Ein Vermögen an Erfahrungen, Erlebnissen und Eindrücken ist mein Schatz, den mir keine Inflation, keine Krise und keine Katastrophe mehr nehmen kann. 

 

Daran anknüpfend und getrieben vom Bedürfnis auszubrechen, die eigene Bequemlichkeit zu überwinden, mich wieder Wind und Wetter auszusetzen und endlich wieder mehr als die obligatorischen 5000 Kilometer zu fahren, die eine Motorradsaison im kurzen deutschen Sommer erlaubt, möchte ich nach und durch Südamerika reisen. Auf einer kleinen Enduro, Katie, die meine treue Begleiterin auf diesem Trip werden soll.

 

"Willst Du das wirklich machen?" oder "Du bist verrückt!" sind Sätze, die ich immer wieder zu hören bekomme wenn ich von meinem Vorhaben erzähle, 6 Monate mit dem Motorrad durch Südamerika zu reisen. Allerdings sind die Stimmen, die mit einem Grinsen ihre Begeisterung über diesen Plan kundtun, in der Überzahl. Aber warum Südamerika? Und warum mit dem Motorrad?

Wie eingangs erwähnt habe ich viel Zeit an diversen Plätzen dieses wunderschönen Planeten verbringen dürfen. Viele berufliche Aufenthalte, aber auch viele private Reisen mit dem Motorrad oder dem Camper haben mir immer wieder gezeigt, dass das Fernweh bei mir chronisch und die Begeisterung für das Vagabundenleben unheilbar ist.

Von Anfang Oktober 2017 bis Ende März 2018 soll der südamerikanische Kontinent meine Heimat sein.

 

Warum diese Seite? Ich bin weder der Erste, noch bin ich der Letzte der sich auf eine derartige Reise begibt. Selbst Ziel und geplante Route sind, surft man etwas durchs Netz, nichts Außergewöhnliches. Unsere Erde ist in Zeiten von Internet und Satelitennavigation ganz schön klein geworden...

Im Sinn dieser Seite sehe ich mehr als nur ein weiteres Reisetagebuch über einen (hoffentlich) tollen Trip und dann gehen alle nach Hause und der Letzte macht das Licht aus. Vielmehr ist sie für mich eine Möglichkeit mit meiner Familie und meinen Freunden auch in Abwesenheit in Verbindung zu bleiben. Wer mag kann mich kontaktieren oder einfach vorbeischauen, ob es Neuigkeiten gibt.

 

Wenn ich zurückschaue, auf die ersten Überlegungen, lange bevor es an die konkreten Vorbereitungen ging, dann kann ich nur all den Leuten danken, auf deren Erfahrungen und Erlebnisse ich meine Entscheidung des "Wohin", "Wie", "Womit" und auch des "Wann" stützen konnte.

 

So ein Trip ist nicht die Erstbesteigung des Mount Everest oder der erste Flug zum Mond. Trotzdem half es mir ungemein auf Erfahrungswerte zurückgreifen zu können, die im Vorfeld die Planung und Vorbereitung dieser Reise für mich deutlich vereinfacht haben.

 

Um es vielleicht auf den Punkt zu bringen: Wenn diese Seite euch nur das gute Gefühl im Bauch verschafft, dass ihr das Richtige macht wenn ihr eine eigene Reise plant und durchführt, weil das da draußen alles gar nicht so schlimm ist wie man gemeinhin zu glauben geneigt ist, verfolgt man die Ereignisse in der Welt in den Medien, wenn sie Euch hilft selbst eine Reise zu beginne, egal wie, egal wohin, dann hat sie bereits ihren Zweck erfüllt. (In Anlehnung an das Schlussplädoyer Oisin Hughes)

Was treibt einen dazu?

Der Ansatz einer einfachen Antwort wäre bei mir: Neugier.

Ich bin ein von Natur aus neugieriger Mensch. Dass das ausdauernde "Warum, wieso, weshalb?" durchaus eine Herausforderung für das eigene Nervenkostüm darstellen kann, nun ja. Ist wohl bekannt.

 

Aber Neugier allein wird der eingangs gestellte Frage als alleinige Antwort nicht gerecht.

Seit Jahren bin ich beruflich und privat viel in der Weltgeschichte unterwegs und merke immer wieder, dass mich die Sehnsucht nach den verborgenen, den unverfälschten und den noch nicht in jedem Reiseführer vermerkten Ecken dieser Welt umtreibt.

Oft sind das Orte, die beim bequemen Konsumenten des Vorabendprogrammes der großen Sendeanstalten bei ihrer Erwähnung ein fragendes Stirnrunzeln hervorrufen, gerne flankiert von Unverständnis, Furcht oder Zweifeln. -Sowohl am Reiseziel als auch an meinem Geisteszustand.

 

Ich möchte nicht sagen, dass mich das erst recht anspornt, denn das wäre Quatsch. Nichtsdestotrotz erfüllen mich diese Reaktionen jedoch insgeheim mit diebischer Freude, werden doch so diese wundervollen Orte somit noch einige Zeit weitestgehend unberührt und vom Massentourismus verschont bleiben. Wer möchte sich schon den oft genug in diversen Nachrichtensendungen thematisierten Bedingungen aussetzen und seine Komfortzone verlassen. Und genau hier möchte ich noch einmal auf die diebische Freude meinerseits über diese verbreitete Einstellung verweisen...

 

Doch selbst jetzt ist die eingangs gestellte Frage noch nicht hinreichend beantwortet.

Was ist es also, das mich seit einigen Jahren nicht mehr loslässt und mich antreibt für 6 Monate mit einem Motorrad in Länder zu reisen, die in aller Regel Assoziationen, seien sie berechtigt oder nicht, wie "gefährlich", "kriminell" und "korrupt" hervorrufen? Vielleicht weil ich erwarte, dass sich -wie aus der Erfahrung eigentlich immer- eine Diskrepanz zwischen dem gemeinhin gültigen und dem realen Bild auftut. -Wäre nicht das erste Mal.

Es ist aber noch mehr und hat durchaus auch mit persönlicher Herausforderung zu tun. Nach nunmehr über zehn Jahren im Job ist es trotz meiner rückblickend als außerordentlich abwechslungsreich zu bezeichnenden Tätigkeit Zeit, mal wieder die gewohnten Pfade zu verlassen und neues Terrain zu betreten.