Randnotizen

Aktuelles und Zeugs, das woanders keinen Platz findet.

10. Februar 2017

 

Bei meinen Nachbarn wurden heute zwei größere Pakete abgegeben. Das Windshield für die KTM und das Zelt. -Endlich. Zwei Entscheidungen, die mir in den letzten Wochen und Monaten einiges an Kopfzerbrechen bereitet haben: Welches Zelt passt am besten und wie baue ich das Motorrad auf?

 

Beim Zelt schwankte ich immer wieder zwischen Robens, Salewa und Husky hin und her. Wälzte Übersichten, wühlte mich durch Kundenrezensionen und war am Ende nur noch verwirrter. Merke: Das Internet ist voll von Informationen. Doch diese Fülle zu ordnen und richtig zu filtern, DAS ist die Kunst des Onlinenomaden von heute.

Den letzten Ausschlag gab dann Christian, entfernter Kollege von mir und gleichfalls Südamerika-Reiter. Aller Voraussicht nach werden unsere Motorräder im selben Container nach Santiago schippern und wir recht zeitgleich dort ankommen.

Beim Bier in unserer Schrauberhöhle gab er mir in der vergangenen Woche DEN Tipp: Wechsel Forum 42 TL. Nie gehört... Smartphone gegriffen, bei Google eingegeben und zack, gekauft.

Die Daten klangen gut, der Umstand, dass in die Entwicklung dieses Zeltes die Anregungen und Erfahrungen von in Foren versammelten Treckern und Reisenden eingingen konnte nicht schlecht sein. 240€ für die 4,6kg schwere "Normalversion" (ultraleicht kommt für mich nicht infrage wenn man vom mehr als doppelt so hohen Preis spricht, um dafür weniger Robustheit zu erhalten. Schleppen muss das Motorrad!) sind ein absolut akzeptabler Preis. Im Normalfall hat man das Zelt ja auch eine Weile.

Nachtrag zum Zelt: Das war dann mal leider nix. Verarbeitungsmängel (Löcher vom Nähen, lose Fäden) haben dazu geführt, dass ich es zurückgeschickt habe. Aha-Erlebnis beim Versuch Ersatz zu bestellen: Nö. Das Teil wird nicht mehr produziert. Aufgrund großer Kundennachfrage soll es ab Ende 2017 wieder gefertigt werden. Nützt mir so nichts. Interessant am Rande: Die Lightvariante, die ich auf dem Horizons Unlimited Treffen gesehen habe, weist eine erheblich bessere Material- und Verarbeitungsqualität auf. Sie ist jedoch auch deutlich teuerer.

 

 

 

Bei der KTM habe ich mich nach allerlei Verlockungen hinsichtlich Aufbau nun komplett um entschieden. Prio 1 hat für mich die Reichweite. Mit 12 Litern im Hecktank auch bei 4-5l/100km ist das in abgelegenen Gebieten nicht unbedingt der Garant für entspanntes Fahren. Und die Spannung dabei hole ich mir lieber aus den Herausforderungen der Strecken, weniger aus dem Bangen, ob ich es noch bis zur nächsten Tanke schaffe.

Prio 2 ist nach dem intensiven Studium der Preislisten und dem Betrachten all der schönen Umbausätze von Quest, Rally Raid, Hard Kit und wie sie alle heißen, dass ich lieber mehr Geld in der Reisekasse habe, als im Motorrad steckt. Zumal in Gegenden, in denen ein schickes Motorrad auch ungebetene Interessenten anzieht, Unauffälligkeit nicht das schlimmste Attribut ist.

Geringes Gewicht ist ein weiteres Argument gegen die ganzen schicken Aufbauten. Jedes Extraanbauteil bedeutet mehr Kilos.

Meine Offroaderfahrungen mit dem Motorrad sind eher rudimentär, was bringt es mir Kilos bei der Wahl des Motorrades zu sparen, wenn ich sie bei der Ausstattung wieder aufschlage?

Somit habe ich mich für den Safaritank entschieden. Ein Satteltank, der dort verbaut wird wo bei "normalen" Motorrädern der Tank ist. Schwarz, wuchtig und hässlich, aber mit 14l Extrabenzin komme ich auf insgesamt 26l. Damit sollten Reichweiten von über 500km möglich sein. Je nach Höhe und Belastung natürlich. Aber auf alle Fälle 'ne ganze Menge mehr als vorher.

 

Den Windschutz wird ein kleines Scheibchen aus dem Zubehörkatalog von KTM übernehmen. Da ich keine hohen Geschwindigkeiten zu fahren plane, wird das reichen.

 

Viel wichtiger: Die Packtaschen. Sie kommen aus England von Adventure Spec. Besonders reißfest mit wasserdichten Inserts (die schlammigen Taschen können nach einem anstrengenden Tag am Motorrad verbleiben und ich nehme die Inserts mit ins Zelt) und 35l Volumen pro Tasche bieten sie in der Summe den für mich besten Kompromiss. Koffer und Kisten sind mir leer zu schwer und ich habe schon einige bei Stürzen abreißen sehen. Klar, auch eine Tasche kann abreißen. Aber sie ist einfacher mit Riemen und Gurten wieder zu fixieren als eine Kiste. Und leichter ist sie obendrein.

 

Was fehlt also noch? Spritfilter, die aussehen wie Teesiebe werde ich in Australien bestellen. Sie sollen verhindern, dass Dreck in die Tanks gelangt und die Kraftstoffpumpe zerstört. Auch einen anderen Luftfilter werde ich verbauen. Da ich nicht möchte, dass das Ansauggeräusch wie bei anderen meiner (ehemaligen) Motorräder lauter wird als das Auspuffgeräusch, werde ich einen Kompromiss eingehen müssen. Der Unifilter aus Schaumstoff wird den serienmäßigen Papierfilter ersetzen und bringt für mich auf Reisen den großen Vorteil mit, dass er gereinigt und wiederverwendet werden kann. Ob der Papierfilter überhaupt überall zu bekommen ist weiß ich zudem auch nicht. Jedoch wird das originale Luftfiltergehäuse bleiben. Es hat zwar den Nachteil, dass es sich bei hohen Drehzahlen verformen und dann Staub und Dreck am Luftfilter vorbei in den Motor gelangen können, doch dafür gibt es dauerelastische Karosserieknete, die ich entlang der Dichtkanten applizieren werde. Durch ihre Elastizität und ihre hervorragende Haftfähigkeit sollte das Problem keins mehr sein.

 

Die Kofferträger sind bei Touratech bestellt und sollen in 3 Monaten ankommen. Vermutlich muss erst ein Trupp halbwilder, lichtscheuer Bergleute in abgelegene Gebiete der Erde gescheucht werden, um mit nackten Händen das wertvolle Eisenerz der Erde zu entreißen, aus dem diese edlen Teile danach über dem Koksfeuer von einem Hünen mit freien Oberkörper und 50kg Hammer geschmiedet werden. -Wenigstens lässt die Lieferzeit genug Raum für fantastische Geschichten.

 

Ansonsten ist es jetzt vor allem Kleinkram der noch fehlt. Und ein Schlafsack. Aber der sollte bis Himmelfahrt am Start sein, denn da soll es zur ersten Probetour gehen. Die Alpen stehen im Raum. Also als mögliches Reiseziel.

Außerdem fehlen noch Kombi, Helm, Protektoren und Stiefel. Was da bislang zum Einsatz kam ist für die Südamerikatour ungeeignet. Und einige Klamotten sind nach 10 Jahren im Einsatz auch längst verschlissen. Meine Stiefel zum Beispiel.

 

Demnächst geht es weiter. Impfungen und Untersuchungen stehen auf dem Zettel. Ich muss mich kümmern, ob ich meine Wohnung in meiner Abwesenheit untervermieten darf und noch ein paar meiner Mobilien verkaufen. Meine Suzuki, das Motorrad, mit dem ich mein Leben als Motorradfahrer begann und die mich insgesamt 10 Jahre begleitete (womit sie das am längsten in meinem Besitz befindliche Fahrzeug war) habe ich letzte Woche bereits an einen guten Freund verkauft. Sie verschaffte mir wieder etwas Luft für die Beschaffung weiterer Ausrüstungsgegenstände. Ein bisschen traurig ist das schon. Auf der anderen Seite kann ich unmöglich drei Motorräder gleichzeitig fahren und der Trip bedeutet mir soviel, dass ich den Verkauf als gute Investition dafür betrachte.

 

 23. Februar 2017

 

Es wird konkreter. Heute hatte ich den ersten Termin beim Gesundheitsamt, um mich über die benötigten Impfungen zu informieren. Autsch... Gesamtkosten bei Kombination vom diversen Impfungen über den Daumen: Knapp 600€.

Das kann bei anderen Ämtern/Ärzten unterschiedlich ausfallen. Ist aber mal ein Brett. Und wenn ich die Ausgaben der letzten Wochen betrachte, dann ist es nur eine weitere Zahl... Trotzdem, es ist in meinen Augen eine der wichtigsten Ausgaben für den Trip. Jetzt muss ich schauen welche Impfungen ich über meinen Arbeitgeber tätigkeitsbedingt bekomme.

 

Mittlerweile sind wieder Teile und Ausrüstungsgegenstände eingetrudelt. Der Safaritank ist da, groß und nicht besonders schön. Aber zweckmäßig. Die Magadan 2 Packtaschen, eine Werkzeugtasche und Montierhebel für die Reifen sind eingetroffen. Ich erwarte in den nächsten Wochen noch die Kofferhalter und diverse (wichtige) Kleinteile aus England, sowie den Motorschutz mit integriertem Wasser-/Öltank. Eine tourentaugliche Sitzbank von Seat Concepts habe ich in den USA bestellt, genauso wie die Faltspiegel von Doubletake Mirror. Die nächsten größeren Posten werden dann Kombi, Helm, Stiefel und Protektorenweste. Das tut noch mal richtig weh. Finanziell. Aber ich weiß wofür es ist. Und das ist es mir einfach wert.

 

08. April 2017

 

Mittlerweile ist ein großer Teil der Teile für das Motorrad angekommen. Die wesentlichen Dinge, die jetzt noch fehlen, sind eigentlich primär Kombi, Stiefel, Helm und die Spritfilter. Ein Navi, die Kamera und der Laptop für die Reise stehen auch noch auf der "muss ich noch beschaffen" Liste.

Nachdem ich jetzt zwei Tage verschwendet habe die LED-Blinker möglichst kabelbruchsicher im kurzen Heck der KTM  zu verbauen, ist heute einer der Blinker einfach abgebrochen. Dann eben nicht...

An anderer Stelle geht es aktuell jedoch weiter. Heute haben die neuen Tankaufnahmen ihren Weg ins Motorrad gefunden. Naja fast. Leider kam aus England der untere Bolzen zwei Zentimeter zu kurz. Hätte auch passen können. Zum Glück war Christian, einer der Mitfahrer nach Südamerika, erreichbar und hat bei seiner KTM nachgemessen. Ich hätte sonst echt begonnen an mir zu zweifeln.

Leider ist der Shindengen Spannungwandler ohne Anschlussplan, bzw. der aktuell verbaute ohne selbigen. Wie also den Krempel tauschen, ohne Feuerwerk? Das bleibt nun für die nächsten Tage die Aufgabe. Vorher werden noch die Ventilkipphebelwellen gekörnt und die ganzen Stecker "hochseetauglich" gemacht. Ich möchte keine elektrischen Ausfälle durch Nachlässigkeit erleben müssen, wenn ich sie mir durch ein Mindestmaß an Vorbereitung ersparen kann.

Aber so langsam bekomme ich die Österreicherin dahin, wo ich sie haben möchte. Es bleibt noch eine Menge zu tun!

 

25. Juli 2017

 

Viel Zeit ist ins Land gegangen, aber ich war nicht untätig.

Zwischenzeitlich hat die KTM knapp 1800km auf dem Zähler. Gerade am letzten Wochenende bin ich mit ihr auf kurvigen Landstraßen von Wolfsburg nach Teterow zum 9. Rust'n'Dust gesurft. Mittlerweile sind nur noch Kleinigkeiten zu erledigen, allerdings dräng auch die Zeit. Am 19. August ist Verladetermin in Göppingen. Dann geht die Österreicherin auf Reisen. Am 02.10. gibt's dann das Wiedersehen in Valparaiso und von dort startet die Tour.

Aktuell muss ich mich noch um die Verlegung der Tankverschlauchung meines Safaritanks kümmern. Die ist noch nicht optimal und lässt zuviel nicht nutzbare Restspritmenge im Tank zurück. Hier sollen Schnellkupplungen helfen den Tank im Servicefall schneller abnehmen zu können und auch die Verlegung genrell zu optimieren. Der Spannungsregler muss auch noch etwas versetzt werden. So gefällt mir das noch nicht und es gibt Kontaktstellen zum Tank. Suboptimal. Das Kettenblatt für hinten mit 45 statt 43 Zähnen ist bereits unterwegs. Hoffentlich geht es mir nicht wie meinem Kollegen Christian, bei dem die originale Kette drei Glieder zu kurz war, um das einfach tauschen zu können.

Auch die beiden Ladebuchsen müssen noch hinter der Maske an geschaltetes Plus angeschlossen werden, der Zusatzscheinwerfer muss noch drauf und ich muss mich um Reifen kümmern. Schade, dass die Golden Tyres momentan nicht lieferbar sind. Reifenhalter und Ersatzschläuche brauche ich auch noch. Es ist also noch einiges. Allerdings nix dramatisches mehr.

 

So langsam steigt die Spannung. Fast jedes Wochenende bis zum Abflug ist verplant und es ist eigentlich ständig noch irgendwas zu machen. Jetzt geht es zunächst mit dem Impfmarathon weiter. Ein Zahnarztbesuch steht auch noch an. Das Übliche halt.

 

Die Klim Rally Adventure Kombi ist noch etwas steif und der Kragen kollidiert ständig mit meinem derzeitigen Helm. Ich denke hier wird ein Crosshelm mit dem nach vorne gezogenen Kinnbügel Abhilfe schaffen. Letztes Wochenede kam ich damit auch in einen feinsten Platzregen. Nun ja... So eine GoreTex Kombi kann auch nur so dicht sein, wie ihre Reißverschlüsse geschlossen sind. Wenn man die zur Belüftung offen hat und während der Fahrt nicht schließen kann, weil es einfach keine Möglichkeit gibt anzuhalten, dann freut man sich über schnell trocknende Funktionsklamotten unten drunter. Zum Glück war der Regen warm.

 

Nun denn. Ich muss mich weiter um meine Bestelliste kümmern. -Was mache ich eigentlich wenn der ganze Bestellmarathon vorbei ist?

 

04. August 2017

 

Noch 7 Wochen, Zeit für eine weitere Randnotiz. Zwischenzeitlich sieht der Kürbis aus wie 'ne Waffe. Allerlei Halter und Anbauten, ziemlich wüst. Hoffentlich hält man mich unterwegs nicht für ein Google-Spähfahrzeug. Mittlerweile ist alles zusammen, bis auf das Kettenblatt aus den USA, das hinten die Übersetzung etwas verkürzen soll. Reifen lasse ich in Chile umziehen, das wird hier nix mehr. Aktuell liegt das Moped etwas zerpflückt in der Werkstatt herum, ich mache noch schnell die kleine Inspektion vor der Abfahrt und verlege einige Kabel anders. Da gab es durch aus noch Bedarf. Ärgerlich war diese Woche, dass die Spritleitungsschnellkupplungen, die ich mir gekauft hatte, nichts taugten. Die Erste schoss beim dritten Entriegeln ihr Innenleben irgendwo in die Werkstatt. Peng. Die Zweite verbaute ich dann schnell, um feststellen zu müssen, dass sie nicht spritdicht ist!!! Meine Laune am betroffenen Abend war entsprechend. So ein Murks, das kann man doch nicht unter die Leute bringen! Lichtblick hier war der Händler, der mir anstandslos das Geld zurücküberwies und die Teile aus seinem Sortiment nahm.

Aktuell kämpfe ich noch mit einem Schalter für den Zusatzscheinwerfer, aber auch das ist eine lösbare Sache.

So langsam steigt die Spannung und wird physisch spürbar. Oft liege ich schon morgens mit dem ersten Licht im Bett und überlege was ich noch alles machen und besorgen muss. Irgendwas vergisst man immer. Und selbst wenn nicht, dann passt nicht alles in die Taschen. In zwei Wochen geht das Motorrad nach Göppingen in den Container. Eine Woche davon bin ich noch auf Dienstreise. Wird mal wieder knapp. Wie immer, irgendwie.

Was jetzt noch fehlt, sind die Ersatzteile, dic aber schon beim Händler liegen, der Laptop, für den erst mal wieder Kohle verdient werden muss und eine geeignete Kamera. Organisatorisch muss ich noch den Bildungsurlaub festmachen (Sprachkurs in Equador, ist angeschoben) und mir die restlichen Impfungen abholen. Ein bisschen Kleinkram fehlt noch. Wanderschuhe, ein paar Funktionssocken, so Krams halt, ohne den eine solche Tour aber auch nicht ausfällt.

Im September stehen noch zwei Wochen Urlaub an, dann muss ich noch zwei Wochen zur Arbeit und dann geht's los. Am 30.09. hebt der Flieger aus Frankfurt am Main und es geht via Bogota nach Santiago de Chile. Ich freu mich wie Schnitzel!!!

 

25. August 2017

 

Nur noch etwas über fünf Wochen. Letztes Wochenende haben wir das Motorrad nach Göppingen, bei Stuttgart gebracht. Alles wieder mal anders als geplant. - Sicherlich ein guter Vorgeschmack auf Südamerika. Geplant war, dass ich am Freitag spät abends von einer Dienstreise nach Hause komme. Angekommen bin ich Samstag, am frühen Nachmittag. Der Flieger konnte nicht wie geplant landen, Anschlussmaschine weg, Übernachtung, Pech gehabt. Oder Glück. Denn ich hatte ein Bett für die Nacht.

Am Samstag dann noch schnell ein T-Stück in der Spritleitung vom Zusatztank zum Haupttank getauscht, Mist das Ding sabbert Sprit! Eigenlich sollte der Umbau von Kunststoff auf Messing robuster werden. Dumm wenn die Anschlussflansche nach dem Guss nicht bearbeitet wurden und Formkanten sowie extreme Rauheit aufweisen. Das dichtet kein Gummischlauch ab. Also basteln. Schweißperlen auf der Stirn, die Uhr tickt, es wird später und später.

Der Fisselkram, der am Ende so winzig erscheint und doch so viel Zeit raubt, er lag vor mir. Eigentlich wollte ich noch schnell den Seitenständer kürzen, das fiel dann flach. Pech gehabt, die Zweite.

 

Das Motorrad passte dann auch anstandslos in den Bus rein. -Natürlich nicht ohne dass beim Reinfahren die Planke wegklappte. Wozu hat man einen robusten Motorschutz verbaut? -Genau. Auch dafür. Der Kunststoffstoßfänger des Busses war eh bereits zerkratzt. Und: Es hat sich ausgezahlt ein leichtes Motorrad zu wählen. Eine schwere GS wäre mir stumpf umgefallen und hätte noch weiteren Schaden nach sich gezogen. Kann man jetzt sagen "Glück gehabt"?

Die Fahrt nach Göppingen war laut und lang. kurz vor Mitternacht kamen wir an. Auf einem verwilderten Fabrikgelände mit brennenden Ölfässern und exportorientierten Autohökern luden wir das Motorrad ab. Abstellplatz für die Nacht: Eine Hecke, in der noch eine GS parkte. Für heute reicht es. Ab zum Stellplatz Messetor 1 in Stuttgart, Matratze ausrollen, Isomatten vor die Fenster, aus die Maus. Gegen halb zwei morgens überkommt uns endlich der Schlaf. Kurz nach sechs Uhr morgens starten -gefühlt neben meinem Ohr- die ersten Flieger. Prost Mahlzeit. Doch es lassen sich noch ein paar Stunden Schlaf herausschlagen.

 

Die Rückfahrt war nicht kürzer als die Hinfahrt, wäre auch komisch gewesen. Abends kommen wir erschöpft an. Den Bus in die Halle, ab nach Hause. Ein weiterer Meilenstein geschafft. Langsam wird es Zeit den Reiseblogg zu eröffnen.

 

28. September 2017

 

Wie bereits unter "Vorbereitungen" beschrieben, ist es nun also fast soweit. Heute kam die Nachricht, dass das Motorrad in Valparaiso angekommen ist. Trotz Sturm Irma. Vor mir liegt meine To Do Liste letzter Stand. Fünf Punkte sind noch offen. Kleinigkeiten zwar, aber es wäre schön sie endlich in den Papierkorb befördern zu können. Die Anspannung wird langsam physisch greifbar. Ich werde als letzter unserer Truppe in Chile ankommen. Sonntagmorgen um 5:53 Uhr Ortszeit landet mein Flieger aus Bogota kommend.

In den letzten Tagen kam mir immer wieder mal die Frage in den Sinn wie sich mein Alltag auf Reisen wohl verändern wird?  

 

Bis demnächst im Reiseblog.