13. Oktober 2017

 

Auf staubigen Straßen mit viel Wind näherten wir uns der chilenisch-argentinischen Grenze. Waschbrettpiste, Schotter und starker Seitenwind waren unsere Begleiter. Am Kontrollposten im Nirgendwo angekommen, tat sich eine bizarr-lustige Szenerie auf: Nebeneinander angeordnete Schalter waren nur teilweise von teils gelangweiltem Personal besetzt. Leider waren die ersten beiden Schalter bei unserem Eintreffen noch nicht besetzt und so tat sich erst einmal nichts.

Danach ging es relativ fix. Abgesehen vom Einhandsystem des Dienstältesten bei er Erstellung unserer argentinischen Motorradpapiere.

 

Weiter ging es über teils üble Waschbrettpisten mit viel losem Schotter und immer wieder überraschend auftauchenden Sandlöchern. Mehr als einmal hätte ich die Fuhre fast in die staubige Botanik geworfen. Der Geschmack von Gips machte sich im Mund breit. Alles war bedeckt von feinem Staub. Die Straße, sofern man bei der Routa 51 davon sprechen kann, war teilweise so übel, dass ich ernste Sorge hatte einzelne Teile zu verlieren. 

Als wir mit der Dämmerung in San Antonio des Cobres eintrafen, fühlte ich mich ein wenig in die Mad Max Szenerie versetzt. Die Kulisse hätte auch zu einem Drogenfilm gepasst. Der Blick zur Seite in die vorbeiziehenden Ruinen formte Bilder von uns in unseren Schlafsäcken in den Eingängen dieser ausgemusterten Behausungen, umgeben von den omnipräsenten Kötern. Freude kam auf. An einer staubigen Tankstelle beschlossen wir nach einem Hostel Ausschau zu halten, das auch recht schnell gefunden war. Zu unserer Verblüffung fand sich gegenüber eine Kneipe mit einer Sammlung feiner Enduromaschinen im Innenhof. Während wir noch vor unserer Zuflucht für die Nacht standen, tauchte ein Pärchen aus Urugay und eins aus Belgien auf, die auch mit den Motorrädern unterwegs sind.

Vom Feinsten. Also ab in die Kneipe. Bier gab es keins mehr, das konnte Daniel bei einem Nachbarn ergaunern. Die Wirtin war semi-begeistert von unserer Lösung, erzählte etwas von Polizei und zog die Vorhänge zur Straße zu. Bingo.

 

Die Bilanz des Tages? -Mein Navi hat jetzt einen permanenten Displayfehler. Vermutlich durch die Vibrationen der Waschbrettpiste. An meiner nagelneuen Kombi gehen die ersten Nähte auf und ein Reisverschluss leidet bereits unter Zahnausfall. Ich bin gespannt wie das nach sechs Monaten aussieht,

 

Trotzdem war es ein prima Tag. Unglaubliches Licht, abenteuerliche Pisten, viele Flüche unterm Helm und eben nur Beinahe-Abstiege. So langsam wird das.

14. Oktober 2017


Nach einem überraschend netten Abend in San Pedro des Cobres mit Tom und Cathlyn aus Belgien, die fünf Jahre mit ihren Huskys um die Welt fahren wollen und einigen anderen Leuten mit Affinität zum Mortorrad, lautete das Tagesziel Cachi. Eigentlich ein Campingplatz 30km außerhalb Cachis, betrieben von Martina und Johann.


Diesmal war ich schlau genug beim Tankstopp vor Abfahrt meinen Reifenluftdruck zu reduzieren. Mit 1,5bar an Vorder- und Hinterrad fuhr es sich denn auch deutlich geschmeidiger auf der Schotterpiste auf den Abra del Acay hinauf. Einige Beinahestürze später erreichten wir den Gipfel bei knapp 5000m Höhe.

 

Die armen Mopeten hatten arg zu kämpfen. Von den ursprünglich 67PS auf Meereshöhe waren gefühlt höchstens noch 30 versammelt. Konnte ich sonst auf langen Geraden noch bis in den sechsten Gang hochschalten, spielte sich, je näher wir dem Gipfel kamen, immer mehr im ersten oder zweiten Gang ab. Der Dritte versetzte den Maschinisten bereits in asthmatisches Röcheln.


Oben angekommen begrüßten uns Wind und Schnappatmung. Die Luft ist in der Höhe schon dünn.

 

Unser Heldentum währte nicht lang, als eine Gruppe Argentinier mit ihren 250ccm Mopeds aus der Richtung kamen, in die uns der Abstieg führen sollte. Die Jungs waren prima drauf, ihre Bekleidung im Vergleich zu unseren "Rüstungen" geradezu zivil. Getragen wurde was eben gerade verfügbar war, sei es die Jacke einer Lederkombi oder einfach eine Jeans. Manchmal übertreiben wir Deutschen es wohl doch mit unserem Sicherheitsdenken... Die kleinen Mopeds dürften in der Höhe kaum noch Leistung gehabt haben und waren zudem noch schwerstens bepackt. -Zeit uns mit unseren Trümmern davonzustehlen.


Auf dem Abstieg änderte sich die Vegetation stetig und ein Bach tauchte neben dem staubigen Weg auf. Als wir schließlich im Tal ankamen wurde die karge Steppe nach und nach von Vegetation abgelöst. Alles Leben spielt sich irgendwie am Wasser ab, so auch hier. Die Felswände schimmerten in bunten Farben, ein Paradis für Hobbygeologen.


Das Fahren auf losem Untergrund, Sand, Schotter, Split und der ewige feine Staub schlauchten. Ziemlich fertig erreichten wir Cachi, um es auch wieder auf sandigen Wegen zu verlassen. Die letzten 30km bis zu Martinas und Johanns Domizil "Utopia" zogen sich wie Kaugummi.

Endlich angekommen war es wie eine grüne Oase in all dem Staub und Dreck. Ein ehemaliger Weinhang ist die Basis ihres Projektes, einen Campingplatz für "Overlander" einzurichten.

Die Arbeit, die jetzt bereits in der Erschließung ihres Traums steckt, wird offensichtlich wenn man ihren Erzählungen lauscht. Und das Beste: Das Zelt kann auf einer Wiese aufgeschlagen werden! Endlich mal kein Staub!!!
Die beiden findet Ihr unter folgenden Koordinaten: -25.36747/-66.23432

15. Oktober 2017


Der Morgen war warm, die Motivation zusammen aufzubrechen und auf die staubigen Böcke zu steigen mäßig.

 

Bei Pulverkaffee mit Milch (was für ein Luxus) saßen wir in der Morgensonne und lauschten Martinas und Johanns Erzählungen. Irgendwann war der Punk gekommen die Siebensachen zusammen zu packen und endlich zu starten.

 

Mein Gott sind die Motorräder und Klamotten staubig. Jede Berührung löst eine mehr oder minder große Staubwolke aus. Alles, wirklich alles ist von Staub bedeckt. Doch die KTMs scheint das nicht sonderlich zu beeindrucken. Unbeirrbar tuckern sie, begleitet von mechanischem Geklapper vor sich hin.

 

Nachdem Frau Katie mal wieder mit ihrem viel zu langen Seitenständer im weichen Boden versackt und in Zeitlupe umgefallen war, hatte ich sie auch bald soweit, dass ich als letzter von uns dreien das Gelände verlassen konnte.


Warum brauche ich morgens eigentlich immer extra lange, bis ich in Gang komme?  Die philosophische Frage für Zeiten des geistigen Leerlaufs.


Los ging es auf -staubigen Pisten. Zurück auf die Routa 40, der wir auch am Vortag bereits folgten. "Keine Straßenerhaltung", naja. Wer hätte das annehmen können, hätte das Straßenschild nicht darauf hingewiesen.


Die Abstände zwischen uns wurden größer und größer. Die Staubwolken länger und länger. Keine Ahnung wieviel Dreck ich beim nächsten Öffnen meines Luftfilterkastens finde.


So anspruchsvoll die Strecke auch war, so faszinierend wurde die Landschaft. Aus dem Sand wuchsen rot-braune Steinformationen, die im Kontrast mit dem blauen Himmel eine bizarr schöne Kulisse gaben.


Irgendwann das Schild: Ab hier wieder Asphalt. Ich musste anhalten und ein Bild davon machen.
Nun ging es zwar langweiliger, aber deutlich zügiger vorwärts. Aus Leere am Straßenrand wurden vereinzelt Häuser, aus Häusern kleine Orte und irgendwann erreichten wir Cafayate. Ein nettes Örtchen mit dem typischen Marktplatz und dem für diese Orte leider auch typischen Touristennepp. Vielleicht waren alle Pinten um den Marktplatz teuer und schlecht, vielleicht war es auch nur der Laden unserer Wahl. Eigentlich hätten wir es wissen müssen. Wenigstens gab es WiFi. Immerhin.

 

Von hier aus ging es weiter auf der Routa 40. Nach einer gefühlten Ewigkeit durch windige Einöde, durchschnitten von einem schnurgeraden Asphaltband, das wechselnd von verwilderten Schafen, Eseln oder Maultieren gekreuzt oder beäugt wurde, erreichten wir Hualfin. Unsere Navis zeigten eigentlich nur zwei Tankstellen. Im Ort angekommen, fanden wir ein Hostel. Leider "Cerado". Geschlossen. Die Option irgendwo in dem großen Sandkasten zu zelten verwarfen wir. Zu sandig, irgendwie.


Nun gut. Das erste Hostel war also geschlossen. Aber es gab noch eins ohne Namen. Ein paar hundert Meter weiter. Und das stellte sich mal wieder als der Glücksgriff des Tages heraus. Eine Garage für die Motorräder, 250 Argentinische Pesos pro Nase, ein Bett, eine warme Dusche und Frühstück. Dazu eine nette Hausherrin und ein, zwei, mehrere Flaschen kühles Bier. Ein perfekter Abend nach einem staubigen Tag.

16. Oktober 2017


Alto Huasi, so nannte sich das in unseren Karten als "Unbekannt" ausgewiesene Hostel. Ein Bett, eine warme Dusche, eigenartiger Kaffee, der bei Kontakt mit heißem Wasser wie eine braune Lavalampe reagierte, hervorragend. Früh am Morgen kamen wir los. Ungewöhnlich früh für unsere Verhältnisse. Die erste Tankstelle befand sich noch im Aufbau. Ok. Sprit gab es hier ganz sicher nicht.
Die zweite Tanke hatte dann reichlich vom flüssigen Gold für unsere geschundenen Zweiräder. Einmal randvoll machen, damit es beim Umfallen wieder so schöne Spritfontänen aus den Deckeln der Tanks gibt.


Von da aus ging es zunächst noch auf Asphalt weiter nach oben. Irgendwann tauchten die ersten Guanacos auf. Lecker sind die Viecher, das konnte ich bereits ausprobieren. Die Gegend wurde immer einsamer und verlassener. Schließlich erreichten wir wieder die 4000m und eine weite Lagunenlandschaft. Eisiger Wind begleitete uns. Kaum ging es etwas bergab, wurde der WInd warm. Die zwischenzeitlich etwas aufgelöste Straße glänzte durch die Anwesenheit von Asphalt mit engen Kehren.


Dumm ist, wenn man sich auf losem Untergrund konzentriert wie ein Luchs, das dann aber auf Asphalt mal für ein paar Augenblicke bleiben lässt. So auch jetzt. Tagträumend rollte ich durch die Gegend und sinnierte gerade über die Frage, wie und wovon Menschen hier in dieser staubigen Einöde leben könnten, da machte die Straße einen 90 Grad Knick.
Das Tempo zu hoch, die Aufmerksamkeit zu gering, naja. Ein beherzter Griff in die Vorderradbremse konnte noch einiges zum Geschwindigkeitsabbau beitragen, für diese Kurve war ich zu spät dran. Und das wurde mir just in dem Moment auch klar.
Der Asphalt endete, die Vorderradbremse war ab hier kein taugliches Werkzeug mehr. Also hinten zugetreten. Mit stehendem Hinterrad und wedelnden Heck schlingerte ich über den Boden neben der Straße, der zum Glück nicht so lose war wie er aussah. Sonst hätte ich eine Flugstunde durch den Schotterwall neben der Straße gemacht. Wäre bestimmt hässlich geworden.
Doch so konnte ich Frau Katie schlingernd fast bis zum Stillstand bringen, ehe das Hinterrad dann doch wegrutschte und die Fuhre elegant auf der linken Seite zu liegen kam. Die eingangs erwähnte Spritfontäne war nun schmückendes Detail am Rande. Zum Glück war Daniel direkt hinter mir und flink wie ein Wiesel von seinem Reisedampfer gesprungen. Denn alleine hätte ich Frau Katie nicht aufgestellt bekommen. Zumindest nicht bevor der halbe Tank ausgelaufen wäre.

Nix passiert, alles stank nach Sprit, egal. War ja noch genug da. Also Maschinisten angerissen und weiter.


Lange hielt der Asphalt leider nicht mehr vor. Immer häufiger kreuzten Guanakos unseren Weg oder stürmten, vom Geknatter verschreckt, davon.


Wir erreichten ein Hochplateau. Und hier endete der Asphalt komplett. Auf etwa 15km, gefühlten 150km, gab es nur noch losen Schotter, Sand und böigen, starken Seitenwind. Eine traumhafte Kombination. Die Straße des Hasses. 

Das Tempo sank, der Adrenalinspiegel stieg. Eiernd und schlingernd kämpften wir uns vorwärts.

 

Der Wind schien mehr Einfluss auf unseren Kurs zu haben als wir. Irgendwann war es wieder soweit. In einer Staubwolke kam ich zum Stehen, fast hätte ich mal wieder die Straße verlassen. Verdammter Dreck. -Gemeint ist die die Oberfläche der "Straße". Irgendwann war auch das vorbei. Leider erforderte der Streckenabschnitt so viel Konzentration, dass ein großer Teil des unglaublichen Panoramas unbemerkt an uns vorbeiflog. Noch über eine Anhöhe, Antofagasta de la Sierra war zum Greifen nahe.

 

Der Tag endete früher als üblich mit zwei Litern Bier. -Reicht so. Der Tag und das Bier. Irgendwie waren die letzten Tage oft lang und wir haben mittlerweile fast 3500km abgespult.


Beim abendlichen Stromern durch die sandigen Straßen von Antofagasta de la Sierra traf ich vor dem Inca Hostel Ben aus Australien. Fortan war jegliches Beschweren unsererseits über schwierige Straßenbedingungen, Wind und dergleichen mehr einfach nur lächerlich. Ben aus Australien ist mit seinem Fahrrad auf dem Weg nach Kolumbien. Ok, wer jetzt vom Moped aus Beschwerden absetzt ist ein Weichei. Wer Ben folgen möchte: www.ratbagnomads.com

17. Oktober 2017


Die Gruppe Endurofahrer, die im selben Hostel, Hotel oder was auch immer die Bruchbude war, eingefallen waren wie wir, waren höchst interessiert an unserer Tour. Viele fragten nach dem Woher, Wohin, Wie lange und der Morgen startete mit vielen netten Gesprächen. Irgendwann staubte der Pulk los, in Richtung Wüste. Zurück blieben wir, beschäftigt mit dem allmorgendlichen Packen unserer Mopeds. Die Tanke um die Ecke war offen, also schnell noch die Spritfässer aufgefüllt.


Die betagte Dame vom Dienst war gerade im Begriff etwas Sprit in eine abgeschnittene Flasche abzufüllen, als ich an die Zapfsäule heranrollte. Umgehend legte sie die Zapfpistole auf den Boden, um sich mir zu widmen. Ah ja. Die Brühe aus dem Zapfhahn roch streng und war blau, erinnerte somit eher an stinkenden Scheibenreiniger. Frau Katie hüstelte etwas beim Starten, lief aber sonst ganz manierlich.

 

Zurück zum Hostel, Klamotten aufgeladen und die Rüstung übergeworfen. Mittlerweile war alles, wirklich alles von feinem Staub bedeckt. Egal was wir anfassten, der graue, rote, weiße, gelbliche Staub war sofort an den Fingern, die davon auf wunderliche Weise extrem ausgetrocknet werden. Risse, abgerissene Nagelbetten und kleine Verletzungen sind unsere ständigen Begleiter. Eincremen hilft nicht viel. Die Hände können es mittlerweile mit denen von Bauarbeitern aufnehmen.


Aus dem Ort raus begann die bekannte Schotterpiste. Ziel des Tages war Tola Grande über Antofalla und den Salar des Antofalle und Antofallita weiter über den Salar Arizaro.


Die Schotterpiste wandelte sich ab Antofalla in eine sandige Buckelpiste mit Waschbrettoberfläche. Bei höheren Geschwindigkeiten hielten sich die Vibrationen in Grenzen, dafür waren spitze Steine kaum zu umfahren. Einige herbe Schläge folgten begleitet von der Furcht vor einem Plattfuß. Doch nichts passierte. Zum Glück. Irgendwann war die Piste so übel, dass wir versuchten abseits durch den Sand zu pflügen.

Leider lagen im tiefen Sand große Steine. Daniel traf einen davon beim Schlingern durch den Sand mit seinem Koffer. Der Koffer verbeult, Daniel am Boden. Dumm gelaufen. Aber zum Glück nur ein überschaubarer Schaden, der sich wieder richten lässt.


Ab da gab es bis Antofallita kein Halten mehr. Die Piste wand sich, die Dämpfer der Motorräder leisteten Schwerstarbeit. Schließlich endete der Salar Antofalle und über einen sandigen Anstieg erreichten wir Antofallita. Oder das einzige Haus mit seinen Bewohnern. Eine kleine Oase, Zeit für die erste Pause des Tages. Die Verlockung hier die Zelte aufzuschlagen war groß. Immerhin hatten wir nach fünf Stunden strammer Fahrt noch 115km bis zum Tagesziel. Nach einer Pause stand der Entschluss weiterzufahren. Zumindest noch ein bisschen.


Über eine Anhöhe tauchte der Salar Arizaro mit einer bizarren Wand aus schwarzem Lavagestein auf. Guanakos flohen teilweise kopflos quer über den Weg. Einmal war es schon recht knapp... Das Panorama war unbeschreiblich.
Die schwarze Pyramide mitten auf dem Salar, zusammen mit der unermesslichen Weite und der verkrusteten Salzoberfläche ergaben ein unglaubliches Panorama. An Lomo vorbei führte der Weg direkt über den Salar. 35km einfach quer durch. Bilder der Kamera können dieses Panorama nicht annähernd einfangen. Zeitweise brannten wir mit 100km/h durch das Salz. Die Dämpfer leisteten einmal mehr Schwerstarbeit und wir fühlten uns mächtig klein, angesichts der Weite des Salar.


Nach eine gefühlten Ewigkeit die letzte Rechtskurve vor Tolar. Mitten in Salzbergen das abgeschiedene Örtchen. Im Refuges House fanden wir unsere Bleibe für die Nacht. Duschen mit Warmwasser, Toiletten und eine Küche.
Zeit für unser Sternemenü: Nudeln mit Thunfisch und Tomatensauce. Irgendwann bekommen wir unseren ersten Stern dafür und landen den ultimativen kulinarischen Welthit. Irgendwann... Wir arbeiten dran!

18. Oktober 2017


Der Morgen begann entspannt. Mit Sonne, Pulverkaffee mit Milch und einer heißen Dusche. Viel besser hätte es kaum sein können. Das Gästehaus der Gemeinde Tolar Grande, in dem wir am Vorabend gelandet sind, erinnerte ein bisschen an eine Skihütte. Einfach, aber gut. Mehr brauchts nicht.
Gemächlich stiegen wir auf die Motorräder und rollten aus dem staubigen Örtchen. Nicht ohne vorher den Ermahnungen des lokalen Tante Emmaladenbetreibers zu folgen und die leeren Bierflaschen des Vorabends zurück zu geben. Pfand gab's leider nicht. Dafür die Verewigung in seinem Gästebuch. Erstaunlich wie viele Leute aus aller Welt sich schon in diesen abgelegenen Ort verlaufen haben.


Nach einigen Kehren und Biegungen, die wie immer am Anfang eines Tages, bei mir noch etwas wackelig sind, wurde die Landschaft wieder abwechslungsreicher. Es ist immer wieder verblüffend wie viele verschiedene Gesichter die Wüste hat. Gehört und gelesen habe ich das schon oft. Vorstellen konnte ich es mir deshalb noch lange nicht. Zumindest nicht so.


Bei einem kurzen Fotostop startete ich als Letzter. Das Zwischenziel im ollen Garmin eingetickert, tuckerte ich los. Frau Katie hatte offensichtlich wenig Freude an dem seltsamen Futter, das ich ihr in Antofagasta de la Sierra eingeholfen hatte. So eine Brühe habe ich auch noch nie vorher getankt. So richtig wollte sie nicht. Ob es nun an der Höhe von knapp 4000m oder eben an dem seltsamen Gesöff lag, wer weiß. Durch rote Felsformationen tuckerte ich dahin.


An einer Weggabelung kurz hinter dem Salar Del Diablo sagte deutete das Navi nach links. Einen rotsandigen Anstieg hinauf, auf dem ich seltsamerweise keine Motorradspuren von Daniel und Christian entdecken konnte. Navi sagt "da lang", ich fahre "da lang". Ein paar hundert Meter weiter die Überraschung: Die Distanz zum nächsten Zwischenziel hatte sich nahezu verdoppelt und die kleine Orientierungskiste mahnte zur Umkehr. Einmal quer durch den Sand. Danke. Nein.

Also zurück auf Start und den anderen Abzweig der Gabelung genommen. Auch hier alle möglichen Spuren, doch keine frischen Motorradreifenspuren. Naja... Das Zwischenziel war irgendwann auch erreicht, doch von den anderen beiden keine Spur. Kurzer Check. Wasser? Hab ich mehr als ich trinken mag. Sprit? Mehr als Frau Katie mampfen mag. Nun gut, was soll's? Tagesziel eingegeben und weiter geht's.

Wenn man so alleine durch die Weite der Wüste fährt, um einen nichts als Sand, Geröll, Berge und von Wind und Sand gepeitschte, kräpelige Büsche, dann wird einem erst einmal klar wie klein der Mensch doch ist. Und wie gleichgültig die eigene Anwesenheit in dieser Umgebung. Fehler verzeiht dieser Ort nicht, für Dummheiten ist das auch nicht der prädestinierte Platz. 

Es war keine Panik die bei mir aufkam. Vielmehr das Gefühl, dass es vollkommen egal ist was ich als nächstes zu tun gedachte. Vielleicht war es Ehrfurcht? Viel Zeit zum Nachdenken blieb nicht. Die Oberfläche wechselte zwischen fest und lose, Spurrillen und losem Split. Frau Katie tuckerte zufrieden unter mir. Sie schien mir die Verabreichung der stinkenden Brühe nicht all zu übel zu nehmen. Zumindest solange sie einmal lief.
Irgendwann auf einer langen Gerade tauchten Schemen eines Fahrzeuges auf. Klar war die erste, wenn auch nicht ganz ernst gemeinte Frage, ob es sich eventuell um eine Fata Morgana handelte? Beim Herankommen löste sich die Silhouette in zwei Motorräder auf. Wer hätte es gedacht? Christian und Daniel standen da und beratschlagten wie sie mich in diesem übergroßen Sandkasten aufspüren könnten. War zum Glück ja nicht nötig, denn unsere kalkulierte Spritmenge zum Erreichen der Tagesetappe war mit keinem übergroßen Sicherheitsfaktor bedacht.

Des Rätsels Lösung war eigentlich ganz einfach: Sowohl der Abzweig nach links als auch der, für den ich mich letztlich entschied führten nach ein paar Kilometern wieder zusammen. So einfach war das.


Etwas weiter, bevor wir den Salar de Pocitos überqueren wollten, meldete Christian, dass bei seiner Maschine die Reservelampe aufleuchten würde. Kurz überlegt. Das Mistding hat doch schon einmal falschen Alarm geschlagen... Diesmal auch? Oder war der Verbrauch am Vortag durch den hohen Offroadanteil mit viel losem Untergrund, Sand und viel Schlupf am Hinterrad doch höher gewesen als angekommen?

Die nominale Reichweite unserer beiden Maschinen lag bei etwa 600km, ausgehend von 4,5 Litern Durchschnittverbrauch. Oder lag es an dem Fusel, den uns die alte Hexe in Antofagasta angedreht hatte??? Ich würde auch ungern Scheibenputzmittel verspeisen, wenn ich es bis dato gewohnt war nur das Beste zu konsumieren.

Es nützte alles nichts. Weiter. Hinter dem Salar stand ein in dieser Gegend üblichen Pickups am Wegesrand. Da es in dieser Gegend keine eingezeichnete Tankstelle gab, fragte Christian den Fahrer, ob es die Möglichkeit gäbe ein paar Liter zu ergaunern, was sich erstaunlicherweise als möglich herausstellte.

 

Währenddessen beschlossen wir den Restsprit aus den Ohren des Zusatztanks über die Ventile abzulassen und mit den Benzinflaschen unserer Kocher aufzufangen, um ihn in den Hecktank zu schütten.

Klingt nach großem Zauber, ist aber auch ganz einfach erklärt. Die Abläufe des vorderen Zusatztanks sind von Haus aus so, dass immer eine Restmenge Sprit im Tank verbleibt, die nicht in den Haupttank mit der Benzinpumpe laufen kann. Auf diese Restmenge hatten wir es abgesehen. Und sie stellte sich als nicht unerheblich heraus. Immerhin vier Flaschen konnten wir dem linken Ohr des Satteltanks entlocken, bevor Christian mit einem gefüllten Zehnliterkanister auftauchte. Nach einigen Startschwierigkeiten, Wind ist beim Befüllen aus Kanistern ein denkbar ungünstiger Faktor, konnten wir den Haupttank von Christians Maschine komplett befüllen.


Bei meiner Maschine war von Reservelampe noch nichts zu sehen, obwohl wir zur selben Zeit getankt hatten. Nur hatte ich es entgegen allen Ratschlägen bevorzugt beide Tanks bis zum Stehkragen voll zu machen. Zwar läuft dann auf den ersten paar hundert Kilometern bei jedem Sturz und Umfaller eine Spritfontäne aus dem Überlauf des vorderen Tanks, doch kratzt mich das weniger als die Aussicht zu Fuß weiter zu kommen.
Somit befüllten wir Daniels Reisedampfer als das bekanntermaßen gefräßigere Gefährt mit der verbliebenen Menge des flüssigen Goldes.


Durch den gleichnamigen Ort Salar de Pocitos hindurch ging es weiter auf einer geschotterten Minenstraße. In der Ferne zog sich eine Staubwolke hin, deren Verursacher ein schwer beladener LKW war, der in unsere Richtung fuhr.

Wenn nun die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen der eigenen und der des vorausfahrenden Fahrzeuges zu groß ist und keine zwingenden Gründe dagegen sprechen, reißt man am rechten Griff und überholt.

Theoretisch. Leider war hier der lose Schotter auf der Straße außerhalb der beiden Fahrspuren in jede Richtung zu regelrechten Wällen aufgeschoben worden. Diese Wälle sind das, was man als Motorradfahrer nicht durchkreuzen möchte. Eine andere Möglichkeit an der langsamen Fuhre vorbei zu kommen gab es jedoch auch nicht. Was bei dem vorausfahrenden Christian noch einfach und geschmeidig aussah, endete im ersten Versuch bei mir mit einer wilden Schlingerei.

Die Eigenbewegung der Packtaschen wollte offensichtlich eine Resonanzkatastrophe herbeiführen. Ok, in der Geschwindigkeit ging es nicht weiter, geschweige denn durch die Schotterbarikade.

Nächster Versuch mit weniger Speed. Es klappte, haltungstechnisch gab es aber von hinterherfahrenden Daniel Abzüge in der B-Note. Es sah wohl ungefähr so aus wie sich der erste Versuch anfühlte.


Während sich die Straße oder wie man diesen Zustand bezeichnen mochte, immer weiter in die Höhe schlängelte und Frau Katie immer schwerer zur Umsetzung der Befehle meiner rechten Hand zu bewegen war, wanderte mein Blick immer wieder in Richtung der diabolischen Tankmotivationsanzeige. Doch diese machte genau genommen: Nichts. Ok, kurz nachgerechnet. Ich hatte beim letzten Synchrontankstop knapp 11 Liter getankt, Christian um die 8. Eventuell konnte ich noch meinen der Unerfahrenheit geschuldeten, leicht verhaltenen Fahrstil auf unbefestigtem Untergrund mit einrechnen, vielleicht... Vielleicht könnte ich so durch kommen.


Denkste. Knapp 50km vor dem Ziel sah ich ein diabolisch-orangenes Leuchten aus meinem Kombiinstrument. Ab da gab die rechte Hand nur noch verhaltene Befehle in den Maschinenraum, während der Weg immer weiter in Richtung 4800m emporstieg.

 

Die Steigungen mit den verhassten Waschbrettoberflächen mit Halbgas zu nehmen ist kein Geschenk. Die Erschütterungen dürften geeignet sein Komapatienten ins Hier und Jetzt zurück zu holen. Die Geräuschkulisse aus schlagender Kette, einem Hinterrad, das sich nicht zwischen Schlupf und Grip entscheiden kann und allem was nur irgendwie mitklappern und scheppern kann, naja. Eine Büchse Schrauben auf der Wäscheschleuder kann kaum schlimmer klingen.


Irgendwann dann der Pass und ab da... Ging es fast nur noch bergab. Der Verkehr wurde auch dichter. -Wobei das nichts im Vergleich zu dem Verkehr war, den wir alle von uns zu Hause kennen. Verschiedene Minenfahrzeuge, LKW, Pickups und Touristenschleudern tauchten, begleitet von den obligatorischen Staubwolken auf und verschwanden. Mit Mineralien bedeckte Wiesen und kleine Lagunen, alles hatte seinen Reiz verloren. Ich wollte die Kiste ohne weiteres Nachtanken ins Ziel retten. Ohne jedoch zu wissen wie weit ich auf Reserve noch käme.
Einmal das Motorrad noch in einem Erdwall neben dem Weg verkantet und umgeworfen, aufstellen in über 4000m Höhe fühlt sich an wie ein Lungenriss, und dann ging es wirklich nur noch bergab.


An meiner Statistik des Motorradindielandschaftwerfens muss ich dringend arbeiten. Wenn so Lotto funktionierte, ich wäre längst Millionär.


Der staubige Weg nach San Antonio hinein und die ersten Häuser waren erreicht. Tanken wäre jetzt eine vernünftige Option gewesen. Doch leider ohne Bargeld auch nur ein fixer Gedanke. Also auf zur Bank und ein paar Papierlappen geholt. Die Geldscheine hier ähneln nach einiger Zeit des Gebrauchs eher Putzlumpen als einem gemeinhin akzeptierten Zahlungsmittel. Doch der nette Tankwart nahm sich ihrer gerne an, während unsere Motorräder an der Tränke mit frischem, blauen Saft gefüttert wurden. Das Zeugs war auch blau, stank allerdings nicht so widerlich wie die letzte Füllung. Billiger war es obendrein. Der Tag endete in dem Hostel, in dem wir vor ein paar Tagen auf Tom und Kathy aus Belgien und das Paar aus Uruguay getroffen waren. Mit vollen Tanks und der Aussicht auf ein Bett und eine warme Dusche. Vielleicht noch einen Kaffee am Morgen. Perfekt.

19. Oktober 2017


Über die staubige (wie ungewöhnlich...) Routa 40 ging es von San Antonio de los Cobres in Richtung des Paso de Jama. Wir wollten zurück nach San Pedro de Atakama, zurück nach Chile.

Die ersten 120km Schotter, feiner Staub, der sich teilweise auch nach einem Kilometer noch nicht verzogen hatte und -Überraschung- Sandlöcher. Immer dann, wenn keiner damit rechnete taumelten die Motorräder durch diese Sandkästen. Klappte aber diesmal auch ohne, dass "King of Crash" einen Abstieg hinlegte. Das aber auch nur, weil der Busch, der sich aus der Staubwolke zu meiner Rechten löste und sich als mit roter Schleife am rechten Ohr versehenes Alpaka entpuppte, zwar auf Kollisionskurs lief, im letzten Moment aber beidrehte. Schwein gehabt. Um ein Haar hätte ich ein zotteliges Alpaka gehabt. Im Gesicht. Das wäre haarig geworden.


Irgendwann war die Routa 52 mit Asphalt erreicht. An der ersten Tanke bestürmte und sogleich ein älterer Herr. Dieser war der festen Überzeugung dass, wenn wir mit unseren Motorrädern (immerhin geländegängige Enduros) die Routa 40 bis hierhin geschafft hätten, er sie ja locker mit seinem kleinen Mietwagen, vom Schlage eines VW Polo, bewältigen könnte.
Ich habe die Nachrichten leider nicht verfolgen können, ob eine ältere deutsche Intelligenzbestie samt Kleinwagen auf der Routa 40 vermisst wird...


Zur Abwechslung war Asphalt ja ganz nett. Aber auch zum Gähnen langweilig. Der Wind wurde immer stärker, wir näherten uns der argentinisch-chilenischen Grenze. Dort angekommen das sinnbefreite aber "wichtige" Anstehen an diversen Schaltern mit Laufzettel und Stempeln. Menschen, die Stempeln sind einfach wichtig. Insgesamt lief die Prozedur jedoch recht zügig ab. Wir hatten großes Glück, dass unser Gepäck nicht wie das der Besatzung des zeitgleich abgefertigten Reisebusses geröntgt wurde. Puhh...


Mit dem kassenbonartigen Einreisebeleg für Chile (PDI) bewegte ich mich aus der Kontrollstation, um wie mir befohlen an meinem Motorrad der Gepäckinspektion zu harren. Blöd, dass ich zu schnell draußen war, blöd dass es windete wie verrückt, blöd, dass ich keine Hand frei, das PDI aber zwischen meinen Lippen hatte.

Lange Rede kurzer Sinn, der wichtige Zettel wurde vom Wind gepackt und in Richtung Argentinien zurück geweht. Ich konnte nicht so schnell schauen wie das Dingens außer Sichtweite war. Prima. Und nun? Der besonders wichtige Zollinspekteur war im Anmarsch und ich verkrümelte mich zurück in die Kontrollstation, in der Hoffnung eine Kopie meines chilenischen Daseinsbeleges zu ergaunern.

Klappte auch prima. Nur der Zollonkel war schon wieder weg. Wir standen wie bestellt und nicht abgeholt im immer stärker werdenden Wind. Sand flog durch die Luft, Zeit den Helm aufzusetzen.


Die nette Zollbeamtin (der doofe Dicke wurde wohl nicht mehr rausgelassen) kam zu unseren Motorrädern. Zum Glück musste ich nur noch meine Gepäckrolle öffnen. "Frutas?" "No.". Fertig. 


Den fertig gestempelten Laufzettel mit aller Kraft festhaltend fuhr ich zum letzten Kontroletti, der diesen kassierte, ein Pylone zur Seite schob und "Feuer"! Wir waren zurück in Chile.

Es wurde immer kälter. In über 4000m Höhe fiel die Geschwindigkeit trotz Gashahn auf Anschlag immer weiter ab. Einen Gang runter, der Abfall verlangsamte sich. Noch einen Gang runter und wir krochen mit etwas über 80km/h und starkem Gegenwind den Hang hinauf. So gewinnt man keine Rennen. 


Dann tauchten am Straßenrand Schneereste auf, die bizarre Ähnlichkeit mit einer Pinguinkolonie hatten und irgendwie an abgebrochene Zähne erinnerten. Es WAR kalt. Die Griffheizung konnte den müden Körper noch mit etwas Restwärme versorgen, wirklich warm war es nicht. Zeit die Lüftungsschlitze der Kombi zu schließen.


Die Straße in der Höhe wollte nicht enden. Completto. Das Wort schoss uns allen auf den letzten 100km durch den unterkühlten Schädel. Completto... Die chilenische Variante des Hotdogs, bei dem sich das arme Würstchen unter einer dicken Lage Avocado versteckt. Completto... Gleich beim Eintreffen in San Pedro.


Doch vorher mussten wir vom Hochplateau herunter. Als es soweit war, konnten wir Sandwirbelstürme in der vor uns liegenden Ebene zählen. Ein ziemlich bizarrer Anblick. Und es wurde minütlich wärmer. Griffheizung aus, Luftschlitze auf, es wurde schlagartig richtig warm.


In San Pedro angekommen, die erste Fressbude angesteuert und 6 Complettos bestellt. Hektik brach in der Küche aus. Fragende Gesichter und die Mitteilung, wir sollten zu einem anderen Laden wechseln. Vielleicht hatte ein Köter die letzte Wurst geklaut.

Im nächsten Laden: Die Küche konnte liefern, endlich gab's was zu mampfen. Glücksgefühle breiteten sich aus. Die Aussicht auf ein paar entspannte Tage in San Pedro bei warmen Wetter, was wollten wir mehr. Vielleicht etwas phlegmatischere Straßenhunde wie die in Argentinien. Dort waren die Viecher komplett mit sich selbst beschäftigt. In Chile sind sie eher mit uns Motorradfahrern am Tun. Irgendwas ist immer...

Rückspiegel

 

Nach einem langen Ritt zurück über den Paso de Jama erreichten wir San Pedro in Chile, um ein paar Tage Pause einzulegen, bevor wir weiter nach Bolivien reisen.

 

Argentinien unterscheidet sich doch deutlich von Chile. Zum einen die Straßenhunde. -Von denen es auch reichlich gibt. Während ich letztens nach dem Tanken in Calama (Chile) mir noch eine der Tölen mit einem gezielten Tritt vom Hals schaffen musste, interessieren sich die argentinischen Pendants so gar nicht für Motorradfahrer.

 

Auch die Infrastruktur in Chile mit asphaltierten Straßen ist in Argentinien so nicht anzutreffen. Der Anteil Waschbrett- und Schotterpiste ist sehr hoch. Der freundliche Minenarbeiter, der Christian mit 10 Litern Sprit aushalf, erklärte uns, dass er alle 15.000km neue Stoßdämpfer für seinen Pickup bräuchte.

 

Die Sache mit dem Sprit hat uns zunächst erstaunt, wurde uns jedoch von Einheimischen erklärt. Super ist einfach blau. Punkt. Der Sprit in Antofagasta war jedoch gepanscht. Vermutlich mit Kerosin oder was eben gerade so zur Verfügung stand.

 

Auf meiner Rückreise nach Valparaiso werde ich im nächsten Jahr noch einmal durch Argentinien reisen. Ich bin gespannt.